Aprikosenkernöl – Der sanfte Alleskönner

Aprikosenkernöl

Besser bekannt auch als „Aprikosenöl“ wird nicht, wie viele vermuten aus der Frucht selbst, sondern aus den Kernen der Frucht gewonnen. Die Aprikosenkerne haben in ihrem Innern einen weichen Kern, die sogenannte Mandel. Aus dieser wird, mittels Kaltpressung, das Öl gewonnen.

Aprikosen stammen eigentlich aus Asien. In China wurden die süßen Früchte schon vor 5000 Jahren kultiviert. Hier standen und stehen sie übrigens sinnbildlich für ein junges Mädchen. Durch die Römer gelangte die Aprikose schließlich auch nach Europa. Lange Zeit galt die Frucht mit der samtigen Schale in unseren Breitengraden als Aphrodisiaka. Auch heute wird die Aprikose noch als sehr sinnliche Frucht angesehen.

Aprikosenkernöl (Prunus Armeniaca) wird sowohl als Lebensmittel aber auch als Rohstoff in der Kosmetikindustrie genutzt.Das Öl welches als Lebensmittel eingesetzt wird, wird aus den süßeren Zuchtaprikosen gewonnen. Der Kern dieser Aprikosen hat einen leicht süßlichen Geschmack, charakteristisch ist das Aroma welches eindeutig an Mandeln erinnert. Daher ist es gar nicht verwunderlich das der Kern außerdem zur Herstellung von Persipan verwendet wird. Aprikosenöl welches in der Kosmetikindustrie eingesetzt wird, stammt hingegen aus den Kernen der eher säuerlichen Wildaprikosen. Allerdings muss der Vollständigkeit halber erwähnt werden, dass es mittlerweile auch Zuchtaprikosen mit bitteren Kernen gibt. Alle Sorten sind reich an essentiellen Fettsäuren und Vitamin E.  Der hohe Gehalt an essentiellen Fettsäuren sorgt aber auch dafür das, dass Öl sehr schnell ranzig wird. Aus diesem Grund wird das Aprikosenöl welches für die Kosmetikherstellung verwendet wird häufig noch raffiniert. Durch den Vorgang der Raffination geht leider das charakteristische Aroma des Öls verloren. Allerdings nimmt die Lagerfähigkeit zu. Wer das Öl aber in der Küche einsetzen möchte, der sollte unbedingt darauf achten das, dass gewählte Öl aus den süßen Kernen der Zuchtaprikosen gewonnen wurde und es sich um unraffiniertes und natives Öl handelt.

Heute gilt die Türkei als eines der größten Anbaugebiete für Aprikosen. Es zählen aber auch Länder wie beispielsweise Spanien, Italien und die ungarischen Tiefebenen zu den wichtigsten Aprikosenlieferanten für Mitteleuropa. Zudem findet man auch in der Schweiz und Österreich Aprikosenanbaugebiete. Erwähnenswert ist die Kältetoleranz der Bäume. So finden sich in Asien beispielsweise Anbaugebiete die in einer Höhe von 4000m liegen.

Inhaltsstoffe und Zusammensetzung des Aprikosenkernöls

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Was vielen Lesern relativ unbekannt sein dürfte, ist die Tatsache das, dass Aprikosenöl inhaltlich und aromatisch dem Mandelöl sehr ähnlich ist. Beide Öle bestehen zu etwa 65% aus einfachen ungesättigten Fettsäuren. Aufgrund des hohen Gehalts an essentiellen Fettsäuren, dem Vitamin E und den B-Vitaminen gilt Aprikosenkernöl als sehr hochwertig.

 

Die Inhaltsstoffe von Aprikosenkernöl im Detail:

 

Wie man der Übersicht entnehmen kann, bildet die sogenannte Oleinsäure den größten Anteil. Bei dieser Ölsäure handelt es sich um einen der wichtigsten Vertreter der essentiellen Fettsäuren. Die Zufuhr dieser Fettsäuren ist für den menschlichen Organismus von enormer Wichtigkeit, da der Körper nicht in der Lage ist diese Art der Fettsäuren selbst herzustellen.

Weiter geht es mit der Linolsäure. Hierbei handelt es sich um eine Omega-6-Fettsäure. Sie ist verantwortlich für ein gesundes Hautbild. Bei der Palmitinsäure handelt es sich um ein Haupt-Zwischenprodukt des menschlichen Stoffwechsels. Als Vertreter der Carbon- und Fettsäuren findet man im Aprikosenkernöl die Stearinsäure.  Diese Säure kommt beispielsweise auch in Rasierschaum oder Reinigungsmitteln vor.  In recht geringer Konzentration findet sich im Aprikosenkernöl eine ungesättigte Omega-7 Fettsäure, nämliche die Palmitoleinsäure. Das Tocopherol (Vitamin E) welches ebenfalls im Öl zu finden ist, spielt eine wichtige Rolle bei der Verarbeitung von Fetten im menschlichen Körper. So ist das Vitamin E beispielsweise dafür verantwortlich mehrfach gebundene und ungesättigte Fettsäuren vor einem etwaigen Zerfall zu bewahren. Das Tocopherol wirkt also antioxidativ. Weiterhin findet sich im Aprikosenkernöl Spuren des Vitamin A und einige Vertreter aus der Familie der B- Vitamine wie beispielsweise Amygdalin (B17) und Niacin (B3).

In diesem Zusammenhang ist ein Blick auf die Jodzahl interessant. Sie ist nämliche eines der Qualitätsmerkmale, wenn es um verschiedene Öle geht. Die Jodzahl gibt beispielsweise Aufschluss darüber wie hoch der Anteil an ungesättigten Fetten ist. Je höher die Jodzahl, umso höher ist auch der Anteil. Die Jodzahl beim Aprikosenkernöl liegt zwischen 96 und 106. Mit diesem Wert liegt das Öl im oberen Drittel der Werteskala. Die höchste Jodzahl mit einem Wert von über 170 haben die trockenen Öle (Leinöl und Johannisbeerkernöl) inne.

Aprikosenkernöl - Seine Wirkung und Anwendungsgebiete

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Die Gebiete wo Aprikosenöl zum Einsatz kommt, sind recht unterschiedlicher Natur:

Aprikosenkernöl und Aprikosenkerne werden oft in Verbindung mit Krebs gebracht. Dies ist nicht weiter verwunderlich denn sowohl die Kerne als auch das Öl weisen einen relativ hohen Anteil des Vitamin B17 auf. Diesem Vitamin wird eine krebsvorbeugende Wirkung nachgesagt. Dies mag sich zwar erst einmal vollkommen positiv anhören, doch birgt es auch Gefahr. Das besagte Vitamin wirkt als natürliches Zytostatikum. Eine unsachgemäße Anwendung kann Auswirkungen auf den gesamten Körper haben. Daher sollte die Dosierung niedrig angesetzt werden, denn nur so ist es gegeben das die Menge der Blausäure, die freigesetzt wird, auch noch vom Körper abgebaut werden kann. Aprikosenkernöl und Aprikosenkerne kommen in der Krebstherapie ausschließlich in der homöopathischen Medizin zum Einsatz. Entsprechende Studien bezüglich der Wirkweise sind noch nicht vorhanden und die Untersuchungsergebnisse die es bisweilen gibt sind nur unzureichend, sodass diese in der Schulmedizin keine Beachtung finden.

Geschädigte Hautzellen profitieren von der heilsamen Wirkung des Aprikosenkernöls

Im Bereich der Hautpflege konnte das Öl der Aprikose insbesondere durch die enthaltene Linolsäure punkten. So kann Aprikosenkernöl beispielsweise dabei helfen

Allerdings wurde die Wirkweise nur bei bereits geschädigter Haut nachgewiesen. Ist die Zellstruktur noch intakt, dann sind die Moleküle der Linolsäure schlichtweg zu groß, um bei äußerlicher Anwendung erfolgreich wirken zu können. Möchte man Hautschäden entgegenwirken, noch bevor sie entstehen, dann kommt nur eine innerliche Anwendung in Frage.

Doch selbst, wenn das Aprikosenöl lediglich äußerlich, zum Beispiel während einer Massage verwendet wird, können positive Veränderungen festgestellt werden. So ist beispielsweise eine Verbesserung der Hautstruktur spürbar.

Aprikosenkernöl – Gut für Haut und Haar

Aprikosenkernöl eignet sich ganz besonders gut für die Pflege von empfindlicher und feuchtigkeitsarmer Haut. So kann es hier als reines Basisöl oder aber in einer Mischung mit anderen Produkten oder Cremes verwendet werden. Es hinterlässt ein angenehmes Hautgefühl und zieht außerdem sehr schnell ein. Wer seine Tagespflege noch etwas anreichern möchte, der kann wenige Tropfen des Öls mit der herkömmlichen Tagescreme mischen und so der Haut einen besonders reichhaltigen Feuchtigkeitscocktail zuführen. Dieses Vorgehen ist besonders in der kalten Jahreszeit zu empfehlen. Da unsere Haut bedingt durch trockene Heizungsluft zu Rötungen und eventuell trockenen Partien neigt.  Aufgrund seiner Zusammensetzung und der chemischen Struktur ist das Öl sehr mild und kommt daher auch gerne in der Babypflege oder als Make-up Entferner zum Einsatz.

In den Sommermonaten kann das Aprikosenöl zudem als regenerierende und kühlende After-Sun Pflege verwendet werden. Außerdem eignet sich das reine Öl hervorragend als Massageöl, Badeöl oder als Haarpflege. Aprikosenöl sorgt beispielsweise dafür das, dass Haar mit zusätzlicher Feuchtigkeit versorgt wird und schenkt Fülle. Auch die Kopfhaut profitiert von den pflegenden Eigenschaften und so lässt sich beispielsweise mit Aprikosenkernöl Schuppen oder einer juckenden Kopfhaut entgegenwirken. Teilweise gibt es sogar Hersteller die damit werben, dass ihre Produkte mit Aprikosenöl das Haarwachstum anregen.

Aprikosenkernöl kommt auch in der Küche zum Einsatz

Wer das wertvolle Öl in der Küche einsetzen möchte, der sollte unbedingt darauf achten das er sich für ein unraffiniertes sowie natives Aprikosenkernöl entscheidet.  Dies ist deshalb besonders wichtig, da das raffinierte Öl kaum mehr über Eigengeschmack verfügt und durch die hohen Temperaturen bei der Raffination die positiven Eigenschaften der Wirkstoffe nahezu verloren gehen. Insbesondere das Vitamin E ist hier von betroffen. Daher sollte das Aprikosenöl auch nicht zum Braten oder Kochen verwendet werden. Denn die Hitzeeinwirkung wäre auch hier viel zu groß und die Vorteile des wertvollen Öls würden neutralisiert beziehungsweise im ungünstigsten Fall ins Gegenteil umgewandelt werden. Da das Aprikosenöl über einen sehr niedrigen Rauchpunkt verfügt würden sich beispielsweise gesundheitsschädliche Dämpfe bilden. Außerdem riskiert man einen kompletten Verlust der Aroma- Wirk- und Geschmacksstoffe.

Wer sich für raffiniertes Aprikosenkernöl entschiedet trotz, dass diese Variante beispielsweise Einbußen beim Eigengeschmack aufweist, der kann dieses Öl dann selbstverständlich auch zum Kochen und Braten verwenden. Der Rauchpunkt liegt hier nämlich bei etwa 220 Grad. Zum Kochen ist dies auf jeden Fall ausreichend. Ein großer Vorteil beim raffinierten Öl ist zudem die längere Haltbarkeit im Vergleich zum unraffinierten Aprikosenöl. Allerdings sollte beachtet werden, dass man dann tatsächlich auch zu einem Öl greift, welches sich für die Zubereitung von Speisen eignet und nicht eine Sorte wählt die durch chemische Zusätze verändert wurde und sich demnach nur für den Einsatz im Kosmetikbereich eignet.

Worauf ist beim Kauf zu achten?

Wer sich speziell für den Kauf von Kosmetika mit Aprikosenkernöl interessiert, der sollte im Reformhaus oder aber in speziellen Online Shops nach diesen Produkten Ausschau halten. Denn hier kann der Kunde sicher sein, dass zumindest das Mindestniveau des Gehalts an Aprikosenkernöl nicht unterschritten wird. Der Preis sollte hier nicht der ausschlaggebende Faktor sein, denn günstige Produkte weisen häufig einen zu geringen Produktanteil auf und sind häufig durch sogenannte Füllstoffe nahezu verwässert. Was sich negativ auf den Wirkungsgrad auswirkt. Als Alternative gibt es dann noch auf den Kauf von fertigen Produkten zu verzichten und stattdessen zu reinem Aprikosenkernöl zu greifen. So wird der Kontakt zu Allergenen und Konservierungsstoffen vermieden und der Kunde kann sicher sein, dass die Konzentration die maximal mögliche ist.

Fazit: 

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Aprikosenkernöl wurde und wir auch heute leider noch immer verkannt. Dabei können gerade Menschen mit empfindlicher und/oder reife Haut die zu frühen Alterserscheinungen neigt, von diesem Öl profitieren. Generell eignet sich Aprikosenöl aber für jeden Hauttyp. Es kann pur auch als Entferner für (Augen-) Make-up verwendet werden. Da es reich an Enzymen ist, gilt es auch als Verjüngungsmittel welches zudem leicht antibakteriell wirkt. Im Prinzip verfügt Aprikosenkernöl über die gleichen Eigenschaften wie Mandelöl, zeigt sich allerdings als weniger stabil.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dieses Öl sowohl in der Kosmetik als auch in der Küche – richtig eingesetzt – viele positive Eigenschaften entfalten kann.


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