Ginseng – eine Wurzel mit Power

Ginseng

Ginseng spielt in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) schon lange eine sehr bedeutende Rolle. Ginseng ist gut für Herz und Kreislauf, hilft bei Hautproblemen und senkt den Zuckerspiegel deutlich. Man wird immer wieder Lobeshymnen auf diese aus Asien stammende, inzwischen aber auch in Deutschland kultivierte Pflanzen, finden. Speziell in einer auf Gesundheit und Fitness getrimmten Gesellschaft fallen solche Versprechen auf fruchtbaren Boden. Steckt aber wirklich so viel Kraft in einer einfachen Wurzel? Oder steckt dahinter doch nur schlaues Marketing, mit dem Senioren und Anhänger alternative Heilverfahren geködert werden sollen?

Fakt ist: Es existiert eine erhebliche Zahl an Studien, die sich direkt oder indirekt mit der Wirkung des Ginsengs beschäftigen. Auch wenn darunter Untersuchungen sind, die für bestimmte Bereiche keine signifikanten Ergebnisse abliefern können - unter vielen Gesichtspunkten ist die Anwendung von Ginseng positiv. Die Wurzel wirkt:

Darüber hinaus haben US-Forscher in einer Studie positive Effekte bei Krebspatienten feststellen können – und zwar im Bereich der mit den Erkrankungen einhergehenden Erschöpfungserscheinungen. Und es gibt Studien, die auf eine Schutzwirkung von Ginseng bei Diabetes tatsächlich hinweisen.

Ginseng hat ein breitgefächertes Anwendungsgebiet

Die Palette der Verwendung von Ginseng ist relativ breit. Gerade in der TCM (traditionelle chinesische Medizin) ist Ginseng relativ weit verbreitet und kommt hier in unterschiedlicher Form zum Einsatz. Dabei ist die pharmakologische Wirkung längst nicht die einzige Verwendungsform. Ginseng hat inzwischen seinen Weg auch in die Nahrungsmittelindustrie gefunden und ist hier unter anderen in Sirups, Suppen und Getränken - aber auch frittiert zu finden. Darüber hinaus lassen sich mit Ginseng auch verschiedene kosmetische Produkte wie Cremes oder Ähnliches herstellen.

Inhaltsstoffe

Im Ginseng sind eine Vielzahl verschiedener Inhaltsstoffe nachgewiesen. Zu der wichtigsten Wirkstoffkomponente gehören aber die Ginsenoside, die auch als Panaxoside bezeichnet werden und bei denen es sich um eine Variante der Saponine handelt. Deren Aufgabe für die Pflanze scheint defensiver Natur zu sein, sie sind Bestandteil der passiven Abwehr gegen Pilze und Fraßinsekten.

Der Begriff Saponine beinhaltet übrigens den Wortstamm des lateinischen Sapo, was sich mit Seife übersetzen lässt. Obwohl die Ginsenoside lange als bestimmender Faktor in der Wirkung des Ginsengs angesehen wurden (es handelt sich um bisdesmosidische Triterpensaponine), scheinen auch die anderen Inhaltsstoffe einen Teil zur Wirkung beizutragen. Insgesamt werden drei Gruppen der Ginsenoside unterschieden, und zwar die Gruppe der Panaxdiole, Panaxtriole und Oleanolsäuren, die zusammen rund 30 einzelne Vertreter umfassen. In weißem Ginseng sind ca. drei Prozent Ginsenoside enthalten, im roten Ginseng ist es dagegen nur die Hälfte. In Bezug auf die Wirkung des Ginsengs ist es genau diese Wirkstoffgruppe, die an der blutdrucksenkenden, entspannenden, krampflösenden und entzündungshemmenden Wirkung der Wurzel wesentlichen Anteil hat.

Bei der Verwendung von Ginseng spielen darüber hinaus Polysaccharide, Polyacetylene, Peptidoglycane, ätherische Öle, Fettsäuren, Aminosäuren und Triglyceride ebenfalls eine Rolle. Was aus Sicht der Wissenschaft bzw. ernährungsphysiologisch als positiver Nebeneffekt hinzukommt, sind die im Ginseng enthaltenen Mineralstoffe:

Diese Wirkstoffkomposition des Ginsengs ist bei dessen Anwendung für die immer wieder beschriebenen Wirkungen verantwortlich. Allerdings sind nicht alle der hier genannten Inhaltsstoffe in gleicher Weise beteiligt. Die neuroprotektive und immunmodulierende Wirkung entsteht zum Beispiel im Wesentlichen durch die Beteiligung der Ginsenoside bzw. Saponine.

Studien rund um Ginseng

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Anwendungsgebiete von Gerstengras

Ginseng enthält eine Vielzahl wirksamer Substanzen. In der Vergangenheit wurde dessen Wirkung in mehreren Dutzend Studien untersucht. Darunter waren einige, die sich mit sportphysiologischen Fragestellungen befassten (z. B. Pieralisi aus dem Jahr 1991). Das Ergebnis: Ginseng kann die Sauerstoffaufnahme des Bluts verbessern. Darüber hinaus deuten mehrere Arbeiten (z. B. unter Beteiligung der University of Chicago) aus dem Jahr 2012 darauf hin, dass die Anwendung von Ginseng die Folgen diabetischer Erkrankungen puffern können. Verantwortlich wird hierfür unter anderem die Milderung oxidativer Stressfaktoren gemacht. Ebenfalls Gegenstand reger Forschungstätigkeit sind positive Effekte im Zusammenhang mit Tumorerkrankungen. Es scheint sich auch hier ein gewisses Schutzpotenzial der Wurzel anzudeuten, was den Ginsenosiden als Hauptwirkstoff zugeschrieben wird.

Wo und wie kann Ginseng angewendet werden?

Grundsätzlich kommt Ginseng für seine Verwendung auf zwei unterschiedliche Arten in den Handel - als weißer und roter Ginseng. Das Ausgangsmaterial ist bei beiden gleich, es handelt sich im Allgemeinen um die bis zu 20 cm lange Wurzel von Panax ginseng. Diese wird durch eine Trocknung in der Sonne weiß, da sich hierdurch die äußere Schicht ablöst und das Innere freigibt. Roter Ginseng entsteht, wenn die Wurzel beim Trocknen zusätzlich mit Dampf oder heißem Wasser behandelt wird.

Bei der Anwendung ist grundsätzlich darauf zu achten, dass sich die Wirkung der im Ginseng enthaltenen Stoffe erst nach einiger Zeit voll entfaltet, weshalb im Allgemeinen 3-Monatskuren empfohlen werden.

Für eine innere Anwendung bieten diverse Produzenten Ginseng-Kapseln an. Je nach Konzentration der Ginsenoside in den Kapseln weichen die Verzehrempfehlungen ab. Man kann in der Regel aber von 1 -2 Gramm Ginseng ausgehen, die konsumiert werden sollten. Neben der Verwendung von Ginsengkapseln lässt sich eine vergleichbare Wirkung auch durch den Verzehr der Wurzel erreichen. Wie wird die Ginsengwurzel verzehrt?

Verwendet werden hierfür etwa erbsengroße Stücke der getrockneten Wurzel, die am besten in der ersten Tageshälfte zur Anwendung kommen. Um ein Maximum der enthaltenen Wirkstoffe freizusetzen, sollten die Wurzelstücke möglichst lange mit dem Speichel in Berührung kommen. Es ist empfehlenswert, den Ginseng über einen längeren Zeitraum zu kauen. Der dabei entstehende bittere Geschmack ist nicht von Dauer, es überwiegt später die Süße der im Ginseng enthaltenen Mehrfachzucker.

Ein weiteres Beispiel zur Verwendung ist die Aufarbeitung der Ginsengwurzel zu einem in Wasser löslichen Pulver. Je nach Dosierung reicht hier mitunter bereits ein halber Teelöffel, um die gewünschte Dosis zu erreichen. Parallel zu dieser inneren Anwendung des Ginsengs, die auf dem Verzehr als Kapselextrakt, getrocknete Wurzel oder Pulver beruht, hat die Wurzel inzwischen auch Einzug in verschiedene Bereiche gehalten, die auf eine äußere Verwendung setzen. Inzwischen werden durch den Handel Shampoos, Cremes, Körperöle Zahncremes etc. angeboten, die Ginseng enthalten. Cremes lassen sich im Übrigen selbst herstellen. Die hierfür nötigen Zutaten, wie Mandel- oder Jojobaöl, Wollwachsalkoholsalbe, verschiedene ätherische Öl und vieles mehr lassen sich über jede Apotheke bzw. Reformhäuser beziehen. Einfach die Zutaten im gewünschten Verhältnis mischen, vorher einen Sud aus Ginsengwurzeln ansetzen und alles zu einer Creme verarbeiten.

Neben diesen pharmazeutischen und kosmetischen Beispielen für die Anwendung von Ginseng findet die Wurzel gerade in ihrer Heimat auch in der Küche Verwendung. Dabei sind unterschiedliche Zubereitungsarten gebräuchlich. Ginseng kann gekocht, gebraten, gedünstet und frittiert werden. Varianten der Zubereitung wären beispielsweise Reisgerichte oder die Verarbeitung in Suppen. Parallel hat sich eine Verwendung von Ginseng auch bei der Zubereitung verschiedener Getränke (Aperitif oder Cocktail) eingebürgert. In Anbetracht der Anwendungsbeispiele wird deutlich, dass sich Ginseng zu jeder Tageszeit genießen lässt.

Ginseng - ein Fazit

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Ginseng ist bereits seit Jahrtausenden in Asien ein bekanntes Heilmittel und wird auch auf kulinarischer Ebene genutzt. Mit zunehmenden Stellenwert der TCM gewinnt der Ginseng auch in Deutschland an Bedeutung - er wird inzwischen sogar hier angebaut. Bezüglich der Studienlage lassen sich zwar nicht alle dem Ginseng zugeschriebenen Wirkungen belegen. Eines steht aber fest: Die Verwendung der Wurzel kann sich positiv auf das Allgemeinbefinden auswirken. Allerdings ist für eine optimale Wirkung ein hoher Anspruch an die Qualität der Produkte zu stellen, gerade der Gehalt an Ginsenosiden muss für ein optimales Ergebnis in der Verwendung stimmen. Passen alle Faktoren zusammen, kann Ginseng:

Vor dem Hintergrund der relativ einfachen Dosierbarkeit und leichten Handhabung im Alltag macht es Sinn, Ginseng als Quelle vieler positiver Eigenschaften in den Alltag zu integrieren.


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