Heilerde

Heilerde

Heilerde ist ein altbewährtes natürliches Heilmittel gegen Sodbrennen, Durchfall, Verdauungsstörungen und Gelenkschmerzen. Der gesunde Schlamm macht aber auch Akne, Mitessern und Pickeln den Garaus. Darüber hinaus ist Heilerde dafür bekannt, dass sie hervorragend für den menschlichen Körper schadhafte Stoffe wie Cholesterin, Säuren, Bakterien und andere Schadstoffe aus der Nahrung bindet. Durch die Einnahme von Heilerde kann sich der menschliche Körper folglich rascher von diesen krankmachenden Substanzen befreien und Heilerde passt somit hervorragend zum Heilfasten.

Heilerde im Wandel der Geschichte

Schon im Mittelalter wurden viele der genannten Krankheiten erfolgreich mit Hilfe von Heilerde behandelt. Im Laufe der Jahrhunderte ist dieses Wissen jedoch ein wenig in Vergessenheit geraten. Erst im 19. Jahrhundert haben bekannte Verfechter der Naturheilkunde die Heilerde dann wieder stärker ins Blickfeld der Heilmittel gerückt. Zu diesen Naturheilkundlern zählten beispielsweise der bekannte bayerische Priester Sebastian Kneipp (1821-1897), der als Lehmpfarrer in die Geschichte eingegangene Emanuel Felke (1856-1926) sowie der Laienmediziner Adolf Just (1859-1936).

Heilerde ist ein reines Naturprodukt, das aus den Löss-Schichten der Erde gewonnen wird. Löss wiederum kann man sich als riesige Berge aus zusammengekittetem "Staub" vorstellen, die sich im Laufe von Jahrtausenden bzw. Jahrmillionen während der Eiszeit auf der Erde gebildet haben. Löss entsteht nämlich, wenn feiner Sand und feine Erde durch die Luft gewirbelt werden und sich an dicht bewachsenen Stellen wieder zusammenkitten. Löss ist ausgesprochen mineralreich und bedeckt rund 10 Prozent der Erdoberfläche. Es handelt sich hierbei um eine sehr poröse, lockere Erdschicht. Diese Böden sind wegen ihrer feinen Zusammensetzung in der Landwirtschaft nicht nur leicht zu bearbeiten, sondern sie speichern auch prima das für die Pflanzen notwendige Wasser, sorgen für eine gute Durchlüftung und die Wurzeln kommen leicht an die Mineralien im Boden.

Um den für die Heilerde ausgewählten Löss noch besser für die therapeutische Anwendung nutzen zu können, wird dieser Löss hauchfein gemahlen.

Heilerde ist ein Pulver, das aus eiszeitlichen Lössablagerungen gewonnen und für verschiedene Anwendungen verarbeitet wird. Als Allround-Mittel hilft es bei Magen-Darm-Beschwerden, Gelenkproblemen und Hautleiden. Sie dient der Entgiftung und der Körperpflege. Heilerde wird meist mit kaltem Wasser verrührt angewendet bzw. eingenommen.

Bereits vor 3.000 Jahren wurde Heilerde in der Antike eingesetzt. Daneben vertrauten viele Naturvölker ihrer Wirkung und auch heute hat Heilerde ihren festen Platz in der Naturheilkunde. Vor mehr als hundert Jahren trugen dazu Sebastian Kneipp, Emanuel Felke und Adolf Just bei. Für Just stellte die Heilerde „das beste Heilmittel der Natur“ dar.

Entstehung von Heilerde

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Heilerde ist naturreiner Löss, entstanden aus Gesteinen, die mit den eiszeitlichen Gletschern aus dem Norden in unseren Raum gelangten. Durch Reibung, Zertrümmerung und Verwitterung verwandelte sich das Gestein in feines Pulver. Es wird getrocknet, gemahlen, gesiebt und ohne weitere Verarbeitungsschritte oder Zusätze abgepackt. Das Geheimnis der therapeutischen Wirkung von Heilerde liegt in ihrer Pulverform. Der Löss wird zur innerlichen Anwendung sehr fein gemahlen, seine Bestandteile haben nur noch einen Durchmesser von circa 0,001 Millimeter. Je kleiner die einzelnen Teilchen sind, desto größer wird die Gesamtoberfläche, die mit anderen Stoffen in Wechselwirkung treten kann. Störende Substanzen, wie Giftstoffe, Stoffwechselprodukte, schädliche Darmbakterien und überschüssige Magen- und Gallensäure können bei der inneren Anwendung gebunden werden. Deshalb ist Heilerde beliebt bei Magen- und Darmbeschwerden, entgiftet den Organismus und hilft bei der Darmsanierung.

Innerliche Anwendungen von Heilerde

Heilerde ist dafür bekannt, dass sie verschiedenste Krankheitssymptome beziehungsweise unangenehme Erscheinungen (zum Beispiel Blähungen) lindert. Deshalb kann die Heilerde innerlich bei vielen Beschwerden eingesetzt werden. Generell benötigt man hierfür Erde, die speziell für die innerliche Anwendung bestimmt ist. Ein Hinweis darauf findet sich in der Regel auf der Verpackung eines Heilerdeproduktes.

Die große Aufnahmefläche der Heilerde, die sich aus den staubfeinen, kleinen Körnchen ergibt, macht eine Anwendung zur Ausleitung möglich. Diese feine Erde kann Giftstoffe, Cholesterin und Fett im Darm aufnehmen, binden und sie dann auf natürlichem Wege aus dem Körper schleusen. Dies ist eine einfache aber wirksame Methode, zum Beispiel eingesetzt im Rahmen einer Frühjahrskur.

Bei Durchfall stoppt das Trinken von Heilerde-Wasser den Flüssigkeitsverlust, bindet zusätzlich die Gifte im Darm und bringt sie zur Ausscheidung. In diesem Falle muss die heilsame Erde jedoch häufiger angewandt werden. Bei starken und/oder länger andauernden Durchfällen, eventuell mit Blutbeimengung, ist jedoch unbedingt ein Arzt aufzusuchen.

Aber auch bei Obstipation (Verstopfung) kann diese besondere Erde Erleichterung bringen. Die Wirkung beruht darauf, dass die sehr kleinen Partikel der Erde wie eine Art Massage im Darm wirken. Wichtig ist jedoch, dass die Einnahme mit genügend Flüssigkeit erfolgt und die Einmaldosis nicht mehr als ein halber Teelöffel ist.

Eine Darmsanierung wird durch die Einnahme von Heilerde unterstützt, da sich diese besonders positiv auf den Darm auswirkt. Hier befindet sich auch der größte Teil des menschlichen Immunsystems. Das bedeutet, dass ein „gesunder Darm“ in der Regel auch ein gesundes Abwehrsystem nach sich zieht.

Das erdige Pulver enthält, wie bereits erwähnt, eine Menge an Mineralien. Diese tragen zur Neutralisation überschüssiger Magensäure bei. Verdauungsprobleme, wie Blähbauch, Sodbrennen, leichte Magenschmerzen, Reizmagen und Reizdarm sprechen ebenso recht gut auf die Einnahme dieses Pulvers an. Zusätzlich ist noch ein Leibwickel mit Heilerde zu empfehlen. Beschwerden, die jedoch schlimmer werden oder mehr als ein paar Tage andauern, gehören in die Hand eines Arztes.

Beim Abnehmen hilft Heilerde Wasser ebenso, da diese die Nahrungsfette im Darm binden kann. Das gesunde Pulver hat zudem einen hohen Kieselsäureanteil, wodurch Bindegewebe, Haare und Nägel profitieren. Heilerde kann darüber hinaus zum Gurgeln verwendet werden. Dies hilft zum Beispiel bei Halsschmerzen und Mundgeruch sowie als Mundspülung bei Zahnfleisch- oder Mundschleimhautentzündungen. Hierfür wird konzentriertes Heilerdewasser verwendet.

Äußerliche Anwendungen von Heilerde

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Die äußerliche Anwendung von Heilerde in Form von Umschlägen und Kompressen unterscheidet sich in warm oder kalt. Warme Auflagen steigern die Durchblutung, entspannen die Muskulatur und lindern die Schmerzen. Kalte Anwendungen wirken vasokonstriktiv (Gefäß zusammenziehend), schmerzlindernd und auf den Stoffwechsel dämpfend. Ob kalt oder warm zum Einsatz kommt, richtet sich nicht immer nach Art der Beschwerden, sondern auch nach dem Empfinden. Sehnen sich die Betroffenen nach einer bestimmten Temperatur, so sollte dem unbedingt nachgegeben werden.

Zur Anwendung kommt stets Heilerde, die auch medizinisch zugelassen ist. Das heilende Pulver wird mit kaltem oder warmem Wasser zu einem dicken Brei angerührt, direkt auf die betroffene Stelle aufgebracht und mit einem Tuch abgedeckt. Eine andere Möglichkeit ist das Bestreichen eines feuchten Baumwolltuches mit dem Brei, welches anschließend auf die Haut gelegt, mit eine trockenen Tuch abgedeckt und eventuell mit einem Wolltuch umwickelt wird. Auch kann der Brei als ganz dünne Auflage mit einem Pinsel auf die Haut aufgetragen werden, zum Beispiel im Gesicht.

Für alle Heilerde Anwendungen ist zu sagen, dass bei einer Verschlechterung der Symptomatik die Erde abgewaschen und ein Arzt aufzusuchen ist.

Bei Entzündungen im Bereich des Bewegungsapparates, wie zum Beispiel bei Sehnenscheidenentzündungen, rheumatischen Beschwerden, Quetschungen, Prellungen oder bei Arthrose wird eine kalte Heilerde-Auflage empfohlen. Bei Abszessen oder eitrigen Entzündungen der Haut ist ebenso ein Versuch mit kaltem Umschlag zu empfehlen. Dieser sollt circa eine halbe Stunde auf dem schmerzenden Bereich bleiben und die Anwendung kann mehrmals am Tag durchgeführt werden. Dabei ist es wichtig, auf das eigene Empfinden zu achten. Ist der Umschlag unangenehm, so sollte dieser entfernt werden.

Warme Kompressen haben den Vorzug bei Hexenschuss, Muskelverspannungen, Verhärtungen, chronischen Entzündungen und Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule.

Weitere Anwendungsbereiche für den äußerlichen Gebrauch der heilenden Erde sind Insektenstiche, allergische Hautirritationen, Neurodermitis und Psoriasis. Wickel mit Heilerde steigern die Durchblutung und kurbeln den Stoffwechsel im Gewebe an, was sich positiv auf die Behandlung der Cellulite auswirken kann. Das braune Pulver kommt auch trocken zum Einsatz. Zum Beispiel, um damit Mundwinkelrhagaden (eingerissene Mundwinkel) zu betupfen. Auch bei kleineren, offenen Wunden darf dies aufgestreut werden, aber nur, wenn die Verletzung mit einem Mullverband abgedeckt ist.

Heilerde gegen Pickel und in der Kosmetik

Die äußerliche Anwendung hat auch in der Kosmetik ihren Platz, so zum Beispiel bei fettiger, unreiner Haut. Ein Brei wird mit kaltem Wasser angerührt und auf das Gesicht aufgetragen, Augen und Lippen dabei ausgespart. Diese Gesichtsmaske ist, wenn ganz getrocknet, mit lauwarmem Wasser zu entfernen. Die Haut wird durchblutet und somit der Stoffwechsel angeregt, der Impuls zur Selbstheilung gegeben. Die beste Tageszeit dafür ist der Abend. Die Anwendung kann über Nacht noch nachwirken. Eventuelle Rötungen bilden sich bis zum nächsten Morgen zurück. Tritt nach der Anwendung ein unangenehmes Spannungsgefühl auf, so wird das Gesicht mit einem hochwertigen Jojoba- oder Nachtkerzenöl versorgt. Einzelne größere Pickel werden mit etwas Heilerde-Brei betupft und das ganze mehrmals täglich wiederholt.

Heilerde wird auch gerne für ein Peeling genutzt. Ein dünner Brei wird aufgetragen, das Pulver trocknet an und wird anschließend mit einem feuchten Waschlappen abgerubbelt.

Haare und Kopfhaut profitieren ebenfalls von einer Anwendung mit der heilenden Substanz. Gerade bei fettigen Haaren und Schuppen kann diese helfen. Ein Brei wird auf Kopfhaut und Haar gebracht und einmassiert. Je nach Fettigkeit, kann das Ganze bis zu zwanzig Minuten einwirken, am besten eingepackt in ein Frottiertuch. Anschließend wird dies mit lauwarmem Wasser abgespült. Ein Shampoo ist nicht nötig. Auch das Haare Waschen mit Heilerde Wasser ist möglich. Der naturreine Löss bindet überschüssige Talgabsonderungen, öffnet die Ausführungsgänge der Drüsen und wirkt somit einer Schuppenbildung entgegen. Dabei kehrt der Glanz ins Haar zurück.

Bekannt ist die heilende Erde vor allem als Pulver. Diese ist von fein bis mikrofein erhältlich, lose oder in Beuteln. Sie ist für die innerliche und äußerliche Anwendung gedacht. Für Personen, die Heilerde nicht in Pulverform einnehmen möchten, existieren Kapseln. Gerade für unterwegs ist dies eine gute Alternative. Heilerde Granulat, vor allem bei funktionellen Magen-Darm-Beschwerden, ist eine weitere Variante. Dies wird unzerkaut mit viel Flüssigkeit in Form von Tee oder Wasser geschluckt.

Zur kosmetischen Behandlung existieren Gesichtsmasken, bestehend aus Heilerde und verschiedenen Ölen, wie Sojaöl oder Mandelöl. Ebenso zur äußerlichen Anwendung ist eine fertige Heilerdepaste erhältlich, die nicht angemischt, sondern sofort einsatzbereit ist.

Forschung und Heilerde

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Heilerde befindet sich immer wieder im Fokus der Wissenschaften. Forscher um Lynda Williams von der Arizona State University in Tempe haben so herausgefunden, dass Heilerde sich eignet um besonders gefürchtete Keime abzutöten: zum einen Mycobacterium ulcerans. Dieser Keim hat vor einigen Jahren in Afrika als „fleischfressendes Bakterium“ für Furcht und Schrecken gesorgt. Aber auch gegen pathogene Stämme des Darmbakteriums E. coli sowie gegen methicillinresistente Stämme von Staphylococcus aureus erweist sich Heilerde als extrem wirksam. Dieser Keim ist berüchtigt, weil er für viele Fälle tödlicher Krankenhausinfektionen verantwortlich ist. (Hier zum Bericht von Welt.de)

Innerlich angewendet, entfalten Peloide zumindest im Tierversuch immunmodulierende und sogar kardioprotektive Effekte. Ein weiterer Bericht. Zudem eignet sich Heilerde in innerlicher Anwendung auch zur Behandlung von Erkrankungen des Verdauungsapparats wie beispielsweise Reizdarm oder -magen sowie Magen-Darm-Infekt, da der Hauptinhaltsstoff, das sogennate Kaolin, Säure binden kann. In einer Beobachtungsstudie konnte die sechswöchige Einnahme eines Heilerde-Präparats die Symptome von 64 Patienten mit Reizdarm oder -magen deutlich lindern. Und hier!

Laut wissenschaftlicher Erkenntnisse zeigen sich Heilerdezubereitungen in äußerlicher Anwendung wie Peloide und Fangopackungen aufgrund ihrer antientzündlichen Wirkung besonders effektiv in der Behandlung von Arthrose, muskulären Beschwerden, Hauterkrankungen wie Ekzeme und Schuppenflechte, Sonnenbrand und Insektenstichen. So bewirkte eine Fango-Behandlung bei Patienten mit Kniearthrose eine deutliche Verbesserung der Schmerzsymptome sowie der Beweglichkeit des Gelenks. (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25516113) Patienten, die unter einem Ekzem litten, konnten in einer weiteren Studie von der Therapie mit einer Creme, die Fulvinsäure, einen in Heilerde enthaltenen organischen Stoff, enthielt, profitieren. (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21931500) Nicht dokumentiert, aber in der Praxis erfolgreich, ist die Behandlung der Akne und unreiner Haut (Seborrhoe) mithilfe Heilerde-Gesichtsmasken und Peelings.

Fazit Heilerde

Das Sprichwort „Dreck reinigt den Magen“ kommt eben nicht von ungefähr und nimmt direkten Bezug auf die heilsamen Eigenschaften der Erde. Natürlich kann Heilerde nicht einfach so mit jeder Erde verglichen werden. Aber die positiven Eigenschaften von echter Heilerde sind nicht zu unterschätzen.


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