MSM (Methylsulfonylmethan)

MSM - Methylsulfonylmethan

Der Mensch nimmt normalerweise über die Nahrung ausreichend Schwefel zu sich. In besonderen Situationen kann es jedoch sinnvoll sein, zusätzlichen Schwefel in Form von MSM zuzuführen. Insbesondere bei bekanntem Schwefelmangel sowie diversen Erkrankungen des Bewegungsapparates (Rheuma, Arthrose, Arthritis) oder auch besonderen Belastungen und Stress kann der Einsatz von Methylsulfonylmethan zu einer merklichen Verbesserung der Beschwerden führen.

Schwefel - Der wertvolle Inhaltsstoff und seine Bedeutung für den Körper

Schwefel ist ein chemisches Element und ein lebensnotwendiger Mineralstoff. Schwefel ist in praktisch allen lebenden Organismen an zahlreichen Stoffwechselwegen beteiligt und deshalb überaus wichtig für das körperliche Wohlbefinden.

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Schwefel und seine Verbindungen kommen in allen Lebewesen vor und hat zahlreiche Funktionen. Der Schwefel wird in Form von Sulfiden und Sulfaten von Bakterien und Pflanzen aufgenommen und in organische Schwefelverbindungen umgewandelt. Diese organischen Schwefelverbindungen werden dann von Mensch und Tier mit der Nahrung aufgenommen und weiter verstoffwechselt. Schwefel ist unter anderem Bestandteil der einzigen schwefelhaltigen und zugleich essentiellen Aminosäure Methionin sowie der nicht-essentiellen Aminosäuren Cystein, Cystin und Homocystein. Essentiell bedeutet, dass unser Körper nicht selbst in der Lage ist, diese Aminosäure zu bilden. Diese muss daher unbedingt in ausreichender Menge mit der Nahrung aufgenommen werden. Somit ist Schwefel auch automatisch Bestandteil aller Peptide und Proteine, die die Aminosäure Methionin enthalten. Ferner ist Schwefel Bestandteil der Cofaktoren Biotin (Vitamin B7, Vitamin H), Pyridoxalphosphat (Vitamin B6) sowie von Coenzym A. Diese Cofaktoren sind an zahlreichen biochemischen Körpervorgängen beteiligt und daher für ein reibungsloses Funktionieren dieser Stoffwechselwege unerlässlich. Die Aminosäure Cystein ist in der Lage, sogenannte Disulfidbrücken auszubilden. Diese Disulfidbrücken tragen unter anderem zur Stabilisierung von Proteinstrukturen, wie zum Beispiel den Keratinen, bei. Keratine sind der Hauptbestandteil von Haaren, Federn, Zehen- um-Fingernägeln, Hufen, Klauen und Hörnern sowie Schnäbeln und ähnlicher Strukturen. Das Keratin im Horn von Pferden enthält bis zu 5% Schwefel. Schwefel ist auch Bestandteil der an der Blutgerinnung beteiligten Heparine sowie dem am Knorpelgewebe beteiligten Chondroitinsulfat. Der Gesamtschwefelgehalt des menschlichen Körpers beträgt ca. 0,25%, wobei sich die Gewebearten sich in ihren Schwefelgehalten unterscheiden. In den sauerstofftransportierenden Globinen beispielsweise liegt der Schwefelgehalt beim Menschen bei 0,6%. All diese Stoffwechselvorgänge, an denen Schwefel beteiligt ist, zeigen auch deutlich, dass es sich hierbei um ein wirklich lebenswichtiges Element handelt.

Schwefel wird seit Jahrtausenden von den Menschen genutzt. Bereits um 5000 v.Chr. nutzten ihn die Ägypter und Chinesen als Bleichmittel für Textilien, als Desinfektions- und Arzneimittel. Schon im Papyrus Ebers wird die Behandlung von bakteriellen Augenentzündungen mit Schwefel beschrieben. Im alten Griechenland kam Schwefel als Desinfektionsmittel zur Verhütung von Infektionskrankheiten und zur Schwefelung von Wein zum Einsatz. Schwefelpulver bildet auf der Haut unter anderem bakteriostatische Sulfide. Auch eine fungizide (pilzabtötende) und Parasiten tötende Wirkung ist bekannt. Früher wurde er in Form von Salben und Cremes auch zur Behandlung von Akne und Pilzinfektionen (Mykosen) der Haut eingesetzt. Er ist im Europäischen Arzneibuch zur äußerlichen Anwendung aufgeführt und eine der vierzehn homöopathischen Grundsubstanzen.

Gute Schwefelquellen unserer täglichen Nahrung sind unter anderem: Nüsse und Samen, Milch und Milchprodukte, Käse, Hülsenfrüchte, Fleisch, Eier, Kohl, Zwiebeln und Knoblauch.

Was ist MSM?

MSM (Methylsulfonylmethan bzw. Dimethylsulfon) ist eine organische Schwefelverbindung, die zu ungefähr einem Drittel aus Schwefel besteht und in der Lage ist, den Körper effektiv mit dem wichtigen Mineralstoff Schwefel zu versorgen. MSM kommt von Natur aus im menschlichen, tierischen und pflanzlichen Organismus vor und ist aufgrund seiner guten Eigenschaften unter anderem zur Behandlung von Schmerzzuständen ein sehr gut geeignetes Nahrungsergänzungsmittel.

MSM wird im Organismus aus DMSO (Dimethylsulfoxid) gebildet. DMSO ist ein bereits gut erforschtes sowie zugelassenes Arzneimittel und wird meist in Form von Gels und Salben auf die Haut aufgetragen, da es sehr gut in die Haut eindringen und an den Ort der Entzündung bzw. der Schmerzen vordringen kann. DMSO wirkt entzündungshemmend (antiphlogistisch, antiinflammatorisch), schmerzstillend (analgetisch), abschwellend (zum Beispiel bei Blutergüssen etc.) und gefäßerweiternd. DMSO ist jedoch in höherer Konzentration bei der Aufnahme über Lunge, Haut oder beim Verschlucken ein Zellgift und wird daher nur in geringerer Konzentration äußerlich angewandt. Hier stellt MSM die ideale Lösung dieses Problems dar: Es verfügt über die zahlreichen positiven Wirkungen von DMSO ohne jedoch dessen Nebenwirkungen zu haben. MSM ist auch in großen Mengen völlig ungiftig und kann problemlos in Form von MSM-Pulver oder als Tablette bzw. Kapsel oral zugeführt werden.

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MSM wirkt unter anderem schmerzlindernd. Die Wirkungen von MSM gehen vermutlich auf vier Faktoren zurück: Hemmung von Entzündungen, Entspannen der Muskeln, Erweiterung von Gefäßen und antioxidative Eigenschaft. Methylsulfonylmethan wird daher gerne als Nahrungsergänzungsmittel zur Unterstützung der Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparates (u.a. Arthritis und Arthrose) eingesetzt. Hierbei kann häufig auch die Kombination von MSM mit Glucosaminen (z. B. in Form von Präparaten, die Grünlippmuschelextrakt enthalten) und Chondroitin oder auch die zusätzliche Gabe von Vitaminen und weiteren Mineralstoffen sinnvoll sein.


Bei Tieren kommt MSM in erster Linie ebenfalls zur Behandlung von Gelenkbeschwerden zum Einsatz. Pferde erhalten MSM häufig auch bei Fell- und Hufproblemen.

Anwendungsgebiete von MSM

Die Zufuhr von MSM wird unter anderem empfohlen bei:

  • Schwefelmangel
  • unausgewogene Ernährung
  • Gelenkbeschwerden (z. B. Arthritis, Arthrose)
  • Rheuma, Fibromyalgie, Karpaltunnelsyndrom
  • Muskelschmerzen und Muskelkrämpfen
  • Sportverletzungen
  • Brüchige Nägel und Haare
  • zur Schmerzlinderung
  • zur Entzündungshemmung
  • Allergien, Heuschnupfen
  • Eine positive Unterstützung bei zahlreichen weiteren Beschwerden wird diskutiert:

    Verstauchungen, Zerrungen, Bänderverletzungen, Bandscheibenprobleme, Tennisellbogen, Entzündungen der Schleimbeutel und Sehnenscheiden, Entspannung verhärteter Muskeln, Muskelkrämpfe und -schmerzen, Steigerung der Blutzirkulation, Durchblutungsstörungen, Rückenschmerzen, Förderung des Knorpelaufbaus, Linderung von Gichtbeschwerden, Kopfschmerzen und Migräne, Narbenschmerzen, Stärkung der Schleimhäute (Magen-Darmtrakt, Harnwege), Verdauungsprobleme, chronische Verstopfung, Infektionen mit Helicobacter pylori, beschleunigte und verbesserte Wundheilung, Sodbrennen, Gastritis, Vorbeugung von Erkältungen, Autoimmunreaktionen, Stärkung des Bindegewebes, unterstützt den Kollagenaufbau, Reduktion der Faltenbildung, verbesserte Hautelastizität, verlangsamter Alterungsprozess der Haut, Akne, trockene Haut, Ekzeme, Krampfadern, Hautschäden, Verbrennungen, Geschwüre, Neurodermitis, Ödeme, Bindegewebsschwäche, Haarausfall, Kräftigung der Haare und der Nägel, brüchige Haare und Nägel, stumpfes Haar, Förderung des Haarwachstums, Parasiten und Würmer, Diabetes, (chronische) Erschöpfung und Müdigkeit, Candida-Pilzinfektionen, Blasenentzündung, verbesserte Mineralstoffversorgung, Senkung des Homocysteinspiegels, prämenstruelles Syndrom, Autoimmunerkrankungen, Alzheimer, ADS (ADHS), Multiple Sklerose, Mukoviszidose, Colitis, entzündungshemmend bei akuten Infekten, Atemnot, Bronchitis, Asthma, Schnupfen, bakterielle Infektionen, Radikalfänger...

    Studien über MSM

    Bereits mehrere Studien konnten den positiven Einfluss von MSM auf die Symptome der Osteoarthritis zeigen. So stellten zum Beispiel die Forscher der Arbeitsgruppe um P. R. Usha des Fachgebiets für Klinische Pharmakologie und Therapie am Nizams Institut der medizinischen Wissenschaften in Hyderabad, Indien, in ihrer 2004 veröffentlichten Studie fest, dass eine tägliche Gabe von 500 mg MSM bzw. 500 mg MSM plus 500 mg Glucosamin Symptome wie Schmerzen, Schwellung und die allgemeine Funktionsfähigkeit der Gelenke verbessern konnten. Die 118 Probanden der placebokontrollierten, randomisierten Doppelblindstudie erhielten über einen Zeitraum von 12 Wochen hinweg entweder 3 x täglich 500 mg MSM, jeweils 500 mg MSM plus Glucosamin oder ein Placebo. Besonders gute Ergebnisse konnten hierbei mit der Kombination MSM plus Glucosamin erreicht werden.

    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=17516722

    An der Universität Memphis, Tennessee in den USA hat sich das Team um D. S. Kalman 2012 mit dem Effekt von MSM auf die Regeneration nach sportlicher Betätigung beschäftigt. Es wurden 8 Männer untersucht, die über 28 Tage hinweg täglich 1,5 bzw. 3 Gramm MSM verabreicht bekamen und sich bis zu 150 Minuten wöchentlich sportlich betätigten. Es wurde festgestellt, dass sich insbesondere bei einer täglichen Aufnahmemenge von 3 Gramm MSM täglich, diverse, mit intensiver sportlicher Betätigung einhergehende Marker wie z.B. Muskelkater, Erschöpfung und der Status der Antioxidanzien im Blut positiv beeinflussen ließen.

    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=23013531

    Am Aging Research Center des Korea Forschungsinstituts für Biowissenschaft und Biotechnologie in Daejeon (Südkorea) beschäftigte sich die Arbeitsgruppe um J. H. Kim 2014 mit der Wirkung von MSM auf drei Zell-Linien von Lebertumoren sowie auf Tumorgewebe von transgenen Mäusen. Sie konnten zeigen, dass MSM – abhängig von der Dosierung – in der Lage war, das Tumorwachstum signifikant zu verringern. In den transgenen Mäusen konnte die Tumorentwicklung teils verhindert werden. Es kam unter MSM-Behandlung zu einer reduzierten Tumorgröße sowie einer verringerten Tumoranzahl. Die Ergebnisse legen nahe, dass MSM Antikrebseffekte auf die untersuchten Leberkrebstypen hat.

    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=24575169

    Die zahlreichen Forschungsgruppen sind sich jedoch darüber einig, dass weitere Studien folgen müssen, um das Potential von MSM weiter zu erforschen.

    Weitere Studien über MSM finden Sie unter methylsulfonylmethan.net

    Darreichungsformen und Einnahme von MSM

    Methylsulfonylmethan kann problemlos über einen längeren Zeitraum eingenommen werden und ist arm an Nebenwirkungen. Es steht zur Einnahme in Form von Tabletten, Kapseln oder als Pulver sowie zur äußerlichen Anwendung als Gel zur Verfügung. Pulver bietet hierbei den Vorteil der besten Dosierbarkeit – abgestimmt auf den individuellen Bedarf. Kapseln wiederum sind ideal für Menschen, die den Eigengeschmack von MSM nicht mögen. Erhältlich ist MSM in Apotheken, Drogerien und Reformhäusern sowie in zahlreichen Online-Shops. Achten Sie auf Methylsulfonylmethan mit einem möglichst hohen Reinheitsgrad. Es ist hierbei unerheblich, ob Sie MSM biologischen Ursprungs oder synthetisch hergestelltes MSM kaufen. Je höher die Prozentzahl des Reinheitsgrades (maximal 100%), umso höher die Reinheit und damit auch die Qualität. MSM-Produkte sind in der Regel frei von tierischen Bestandteilen, Lactose (Milchzucker), Gluten, Stärke, Konservierungsmitteln, Farbstoffen, weiteren Hilfsstoffen, sowie künstlichen Aromen und Geschmacksverstärkern. Für die Anwendung bei Pferd, Hund und Katze stehen spezielle MSM-Produkte zur Verfügung.

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    Fazit

    MSM hat – wie zahlreiche Studien zeigen konnten – eine lindernde Wirkung insbesondere auf entzündliche Erkrankungen des Bewegungsapparates wie zum Beispiel Arthrose, Osteoarthritis und Rheuma. Der wertvolle und an unzähligen biochemischen Reaktionen im Körper beteiligte Schwefel wirkt hierbei entzündungshemmend und schmerzlindernd. Hiervon profitieren Mensch, Pferd, Hund und Katze. Vorteilhaft sind außerdem die verschiedenen erhältlichen Darreichungsformen als Tablette, Kapsel, Pulver sowie Gel und die Möglichkeit, dem Körper so nahezu nebenwirkungsfrei zusätzlichen Schwefel zur Verfügung zu stellen.

    
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